Infobrief Saatgutfonds

Der Infobrief Saatgutfonds erscheint zweimal jährlich, informiert ausführlich über unsere Fördertätigkeit und berichtet aus der Arbeit der unterstützten Initiativen sowie über aktuelle Entwicklungen auf dem (inter-) nationalen Saatgutmarkt.

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INFOBRIEF SAATGUTFONDS 2/2015

 

 

 

Auszüge aus der aktuellen Ausgabe...


Die Zukunft des Getreides liegt in seiner Vielfalt

Eine hohe Ernährungsqualität, Resistenzzucht und der Einsatz von Züchtungsmethoden wie CCP beschäftigen den Getreidezüchter Dr. habil. Hartmut Spieß.

Seit 1977 hat er die vielfältige Forschungsarbeit auf dem Dottenfelderhof auf- und ausgebaut, seit 1981 arbeitet er erfolgreich als Getreidezüchter. Was er inzwischen erreicht hat und worin er die Zukunft der biologisch-dynamischen Züchtungsarbeit sieht, schildert Hartmut Spieß im nachfolgenden Interview.

Was macht im Kern ihre Motivation für die Züchtungsarbeit aus?

Seit meiner Schulzeit wollte ich schon immer mit Lebendigem arbeiten. Das habe ich in der Landwirtschaft gefunden. An der hohen Kunst der Pflanzenzüchtung kann ich mich immer wieder neu begeistern und lerne immer noch dazu. Die Sorge um den Erhalt der Kulturpflanzen in ihrer Vielfalt und die Weiterentwicklung der Nahrungspflanzen als essentielles Gut der Menschheit motiviert mich täglich aufs Neue.

2006 sprachen wir über die verheerende Wirkung von Pilzerkrankungen, den Bränden. Welche Fortschritte konnten Sie seither erzielen?

Viel hat sich in dieser Zeit getan. Aus unseren Zuchtgärten konnte der Bio-Qualitätsweizen BUTARO mit Steinbrand-Resistenz und die zwei Flugbrand resistenten Weizen JULARO und HELARIO zugelassen werden. Drei Brandresistente Winterweizen stehen 2016 vor der Zulassung. Zudem befinden sich beim Bundessortenamt elf Linien von Winter- und Sommerweizen, Wintergerste und Hafer mit guter Brand-Widerstandsfähigkeit in den Zulassungsprüfungen.

Welche weiteren Fortschritte erhoffen Sie sich für die bio-dynamische Züchtung?

Wenn man die Erfolge der heute aktiven Züchtungsinitiativen, die gerade erst ihr 25- oder 30-jähriges Bestehen gefeiert haben, zugrunde legt, sind die Bio-Züchter gut aufgestellt. Das betrifft nicht nur die Vielzahl der Sorten, die zunehmend beim Bundessortenamt angemeldet werden. Neue Arten kommen hinzu und die Züchter haben eine hohe genetische Vielfalt des Zuchtmaterials aufgebaut. Dass derzeit biodynamische Sorten mit zu den Besten gehören, die den Gelbrostepidemien der letzten Jahre trotzten, zeugt davon. Die Ausrichtung der biodynamischen Züchtung auf Qualität dürfte die beste Art der Zukunftssicherung sein.

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Zukunftsaufgabe: samenfester, ökologisch gezüchteter Brokkoli

Samenfest, lecker und gesund soll Bio-­Brokkoli sein. Das Sortenangebot bei Kohl wird jedoch zunehmend von gentechniknah entwickelten CMS-­Hybriden dominiert, die bei Bio Verbänden wie Demeter oder Bioland verboten sind. Alte samenfeste Sorten werden wiederum oft den heutigen Ansprüchen von Anbau und Handel nicht gerecht — ein Dilemma für die gesamte Bio­-Branche! Kultursaat entwickelt daher neue samenfeste Brokkoli­-Sorten aus langjährig bearbeiteten Zuchtpopulationen. Seit Herbst 2011 arbeiten die Kultursaat­Züchter Christina Henatsch und Thomas Heinze zudem in einem Kooperationsprojekt mit Forschern der Universität Hohenheim zusammen. Bei einem Workshop Ende September diskutierten die Projektpartner in Hohenheim gemeinsam mit Praktikern am Beispiel von Anbau­-Proben beteiligter Höfe die Herausforderungen und den züchterischen Fortschritt. „Im Vergleich zu dem, was wir vor zwei Jahren gesehen haben, lässt sich da schon mit dem einen oder anderen arbeiten“, waren  sich Christoph Simpfendörfer vom Demeterbetrieb Reyerhof und seine Kolleg/innen einig. Deshalb wird der Praxistest einzelner samenfester Brokkoli­-Zuchtlinien in den nächsten Jahren ausgebaut.

Weitere Informationen finden Sie unter www.kultursaat.org


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