Saatgutfonds - Aktuelle Förderprojekte

Hier stellen wir Ihnen einige beispielhafte Förderprojekte des Saatgutfonds vor. Wenn Sie mehr erfahren oder weitere Projekte kennenlernen möchten, freuen wir uns auf Ihre Anfrage!


Bio-dynamische Getreidezüchtung auf dem Dottenfelderhof

Bereits seit den 70er Jahren erforscht und züchtet Dr. habil. Hartmut Spieß Getreidesorten für den ökologischen Landbau. Erfolgreich, wie man an den sechs, bereits für den Anbau zugelassenen, Getreidesorten sehen kann.

Züchtungsstandort ist der Dottenfelderhof, ein seit 1968 von mehreren Familien gemeinschaftlich bewirtschafteter Demeter-Betrieb bei Frankfurt am Main.

Neben Viehhaltung, Acker- und Gemüsebau, Holzofenbäckerei, Käserei, Hofladen und einem Hofcafé, werden in der hofeigenen Landbauschule auch Fortbildungen zum bio-dynamischen Landbau angeboten.

Im angegliederten Forschungsbereich züchten Dr. Hartmut Spieß und sein Team an Sommer- und Winterweizen, Hafer, Roggen, Gerste, Futtermais und Emmer.

Neben der Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten, guten Leistungen bei Nährstoffverwertung, Erträgen und Backfähigkeit spielen auch die Lebensmittelqualität sowie der Geschmack als Züchtungsziel eine bedeutende Rolle.

Das Team betreibt zudem Forschung zur Anwendung bio-dynamischer Präparate, zu Düngung und biologischem Pflanzenschutz. Damit stehen auf dem Dottenfelderhof Forschung, Züchtung und landwirtschaftliche Praxis in einem engen Austausch. Dies ist eine ideale Voraussetzung für die praxisnahe und ganzheitliche Weiterentwicklung des biologischen Landbaus.

Der Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft fördert die Züchtungsforschung am Dottenfelderhof seit vielen Jahren. Dank der Unterstützung zahlreicher Spenderinnen und Spender konnten der Initiative 2014 rund 99.500 € zur Verfügung gestellt werden.

Lernen Sie weitere vom Saatgutfonds geförderte Getreidezüchtungsinitiativen kennen!


Qualität und Geschmack - Gemüsezüchtung der Gärtnerei Piluweri

Die Züchtung von gentechnikfreiem Saatgut ist seit 1997 fester Bestandteil der Demeter-Gärtnerei Piluweri. Hier werden Möhren-, Paprika-, Tomaten-, Lauch- und Salat- Sorten entwickelt, die gut für den ökologischen Erwerbsanbau geeignet sind und als Nahrungsmittel über eine hohe Qualität verfügen.

Der vielseitige Betrieb liegt am Rande des südlichen Schwarzwalds zwischen Freiburg und Basel.

Auf einer Fläche von 35 ha im Freiland und 9.000 m² in Gewächshäusern wird ganzjährig eine breite Palette an Gemüsekulturen angebaut.

Die Ernte wird über Wochenmärkte, den gärtnereieigenen Lieferservice und den Naturkosthandel vermarktet.

Bei der Gemüsezüchtung orientieren sich die verantwortlichen Züchter Richard Specht und Horst Ritter am Geschmack, an der hohen Vitalität der Pflanzen und einem gutem Ertrag. Das Ergebnis kann sich sehen – und schmecken lassen: Dank Piluweri können mittlerweile sechs neue Gemüsesorten von Gärtnereien angebaut werden – die Möhre „Milan“, der Kopfsalat „Briweri“, die Paprika „Pantos“, der Winterlauch „Avano“ und die Tomaten „Tica“ und „Pilu“.

Die züchterische Pionierarbeit wird auch bei den zahlreichen Auszeichnungen des Betriebes hervorgehoben. So erhielt Piluweri 2005 den „Förderpreis Ökologischer Landbau“ der Bundesregierung und 2012 den Land-Wirtschafts-Kulturpreis des Demeter-Verbandes.

Piluweri ist Mitglied im Verein Kultursaat e.V., dem Zusammenschluss der biologisch-dynamischen Gemüsezüchter/innen. Der Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft unterstützt die Mitglieder des Vereins seit vielen Jahren und förderte sie 2014 mit insgesamt 358.000 €.

Lernen Sie weitere vom Saatgutfonds geförderte Gemüsezüchtungsinitiativen kennen!


Öko-Apfelsorten – Grundlage für erfolgreichen Obstbau

Ist die Züchtung von Apfelsorten eine Hobby-Beschäftigung für Liebhaber/innen alter Sorten? Im Gegenteil – insbesondere der Ökolandbau ist auf die gentechnikfreie Weiterentwicklung vorhandener Sorten angewiesen. Die Initiative Apfel:gut engagiert sich daher für eine moderne, ökologische Apfelzüchtung.

Die Apfelzüchtung findet heute zunehmend im Labor statt. Unterstützt von öffentlichen Fördermitteln werden, auch unter Zuhilfenahme gentechnischer Methoden, Sorten mit maximalen Ertrag für den Weltmarkt geschaffen.

Die konventionellen Apfelsorten der letzten Jahrzehnte lassen sich dabei durchgängig auf maximal fünf Stammeltern zurückführen.

Diese enge genetische Basis wirkt sich negativ auf die Vitalität heutiger Sorten aus und vernachlässigt auf riskante Weise die Vielfalt der seit Jahrhunderten entwickelten Apfelsorten und das damit verbundene pomologische Wissen.

Ohne Zweifel sind manche der konventionellen Neuzüchtungen, z. B. mit ihren Resistenzen gegen typische Apfelkrankheiten, eine große Erleichterung – auch für ökologische Obstbauern und -Bäuerinnen. Dennoch müssen im Ökolandbau genutzte Apfelsorten weitere, besondere Anforderungen erfüllen, da auf chemische und synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel verzichtet wird und weitere Pflanzenschutzmaßnahmen generell niedrig gehalten werden sollen.

Die Züchtungsarbeit von Apfel:gut findet daher von der Sämlingsaufzucht bis zur Selektion ausschließlich unter ökologischen Anbaubedingungen und direkt auf Bio-Höfen statt. Als Züchtungsgrundlage greifen die Züchter/innen bewusst auf alte Apfelsorten zurück und leisten damit einen wertvollen Beitrag für deren Erhalt.

Apfel:gut ist ein Projekt des Vereins Saat:gut e.V. und wird seit 2012 vom Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft unterstützt. 2014 konnte die Initiative mit 15.000 € gefördert werden.

Lernen Sie weitere vom Saatgutfonds geförderte Obstzüchtungsinitiativen kennen!