Tierzuchtfonds – Aktuelle Förderprojekte

Hier stellen wir Ihnen einige beispielhafte Förderprojekte des Tierzuchtfonds vor. Wenn Sie mehr erfahren oder weitere Projekte kennenlernen möchten, freuen Sie wir uns auf Ihre Anfrage!


Eine Alternative zur Kükentötung

Die konventionelle aber auch die ökologische Hühnerhaltung steht vor einem großen Dilemma: Schon seit vielen Jahrzehnten konzentriert sich die züchterische Weiterentwicklung von Hühnerrassen vor allem auf die gewinnversprechenden Eigenschaften: Die Hühner sollen entweder schnell und viel Fleisch ansetzen oder aber maximale Legeleistungen zeigen.

In der professionellen Geflügelhaltung werden heute daher entweder Fleischrassen eingesetzt, die nur wenige Eier legen oder aber Legerassen, die kaum Fleisch ansetzen. Für die männlichen Küken der Legehennen gibt es keine Verwendung – Millionen von ihnen werden jedes Jahr getötet.

Aus Mangel an Alternativen greifen auch Bio-Geflügelhalter auf einseitige Hochleistungsrassen zurück. Zwar gibt es Zweinutzungsrassen, bei der die Männchen gemästet und die Weibchen für die Eierproduktion genutzt werden können, diese benötigen jedoch häufig unverhältnismäßig viel Futter in der Mast – oder sie legen einfach zu wenige Eier.

Hühnerzüchtung – von Bio-Höfen für Bio-Höfe

Im Projekt „Hänsel & Gretel“ engagiert sich das Hofgut Rengoldshausen zusammen mit weiteren Demeter-Betrieben für die Zucht, Haltung und Vermehrung von Zweinutzungs-hühnern.

Seit Anfang 2013 halten zwei Partnerbetriebe der Initiative die ersten Hühner und Hähne in Gruppen von max. 200 Tieren. Mit dem „Bresse Huhn“, greifen die ZüchterInnen dabei auf eine traditionell als Zweinutzungshuhn gezüchtete Rasse zurück. Sie stammt aus Frankreich und ist dort wegen der bläulichen Farbe der Beinchen auch als „Les Bleues“ bekannt.

Die Züchtungsinitiative „Hänsel & Gretel“ betreibt die züchterische Weiterentwicklung des Bresse-Huhns unter biologisch-dynamischen, wesensgemäßen Haltungs- und Fütterungsbedingungen. Das Zuchtziel ist ein Huhn, das auf den Höfen selbst gezüchtet, gebrütet, aufgezogen und gehalten werden kann. Männliche Küken werden nicht getötet, sondern gemästet und vermarktet. Die im Züchtungsprozess erfassten Leistungsdaten werden interessierten Betrieben zur Verfügung gestellt, um ihnen die Umstellung auf Zweinutzungshühner aber auch die eigenständige Weiterzucht zu erleichtern.

Das "Huhn der Zukunft", wie es sich die Züchter/innen vorstellen, soll gute Lege- und Masteigenschaften aufweisen und auch minderwertige Stoffe wie z. B. nicht verkaufsfähige Kartoffeln gut verwerten können. Dies ist ein wichtiger Schritt, denn so könnte der höhere Futterbedarf der Zweinutzungshühner zukünftig kompensiert werden.

Mit insgesamt 10.000 € unterstützen die Zukunftsstiftung Landwirtschaft und der Tierzuchtfonds das Projekt „Hänsel & Gretel“ bei der Bereitstellung eines Brutschrankes und frostsicheren Räumen zur Brut und Eierlagerung.

Website des Projektes "Hänsel & Gretel" bzw. "Hahn & Huhn"