Altes Problem im neuen Federkleid? Kükentöten nun im Ei

Die Bundesregierung feiert es als Meilenstein für den Tierschutz: ab 2022 soll die Früherkennung im Ei das Töten geschlüpfter männlicher Küken ersetzen. Doch die Möglichkeit das Geschlecht des Kükens im Ei zu erkennen, verschiebt das Problem nur.

Denn an dem grundlegenden Problem ändert sich deswegen noch lange nichts: die einseitige Zucht auf extreme Hochleistung. Diese sorgt bei den Legehennen dafür, dass das männliche Geschlecht vollkommen überflüssig wird. Denn die Männchen legen keine Eier und setzen zu wenig Fleisch an um gemästet zu werden.

Dass es auch anders geht zeigt ein Projekt, dass sich die Zucht von Zweinutzungsrassen zum Ziel gesetzt hat – gefördert durch den Tierzuchtfonds. Bei der Zweinutzung legen die weiblichen Hühner einer Rasse die Eier und die männlichen Tiere werden gemästet. So können beide Geschlechter genutzt werden, allerdings sind dadurch auch die Leistungen geringer. Siehe dazu auch die Titelgeschichte unseres Jahresbriefes 2016/2017.

Das Bundesministerium nennt die Zweinutzung und die Bruderhähne zwar ebenfalls als einen möglichen Weg, doch die Realität sieht leider anders aus. Denn bisher findet man diese Formen der Hühnerhaltung und -zucht nur ganz vereinzelt. Setzten wir uns daher gemeinsam dafür ein, dass sich dies ändert. Unterstützen Sie die Arbeit des Tierzuchtfonds.