Augen reiben bei den Grünen

Das neue Grundsatzprogramm der Grünen ist zurzeit im Findungsprozess und wird heftig diskutiert. Vor allem eine Aussage in einem Impulspapier zum Grundsatzprogramm hat die Wogen hochschlage lassen. Hier ein Zitat aus den von den beiden Parteivorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck erstellten Schriftstück: "So sprechen wir Grünen uns gegen Genveränderungen bei Lebensmitteln aus, sollten aber noch einmal hinterfragen, ob bestimmte neue Technologien nicht helfen könnten, die Versorgung mit Nahrungsmitteln auch dort zu garantieren, wo der Klimawandel für immer weniger Regen oder für versalzenen Boden sorgt."

Mit „neue Technologien“ sind vermutlich auch die neuen Gentechnik -Methoden wie Crisp/Cas (sogenannte Genscheren) gemeint. Noch sind diese Methoden nicht reguliert - eine schnelle Einstufung als Gentechnik tut not. Die obige  Aussage von den Grünen  kann jedoch zum jetzigen Zeitpunkt den Gentechnikbefürwortern in die Hände spielen. Daher bezieht eine Stellungnahme, wie die von  Martin Häusling, ebenfalls Bündnis 90 Die Grünen deutlich Stellung: „……als langjähriger Fachmann für Landwirtschaftspolitik  und Begleiter zahlreicher Debatten über Gentechnik, Pestizide und nachhaltige Agrarförderung habe ich mir zunächst die Augen gerieben. Aber eine Grundsatzdiskussion muss auch Grundsätze in Frage stellen. Und da nutze ich diese Debatte, um neu und erneut die Argumente zu überprüfen und vorzustellen, die auch heute noch gegen den Einsatz gentechnischer Veränderungen an Organismen im landwirtschaftlichen Bereich sprechen“. Seine Argumente und sein gesamtes Positionspapier können Sie hier nachlesen.  Barbara Maria Rudolf, eine Züchterin die von der Zukunftsstfitung Landwirtschaft unterstützt wird, hat ebenfalls eine Stellungnahme veröffentlicht. Sie können diese hier nachlesen.