Entscheidung über Neonikotinoidverbot vertagt

Die drei Neonikotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam sind nachweislich schädlich für Bienen und andere Insekten. Trotzdem wurde die Entscheidung über ein Verbot für den Einsatz im Freiland vom zuständigen EU-Ausschuss vertagt, obwohl Syngenta, der Hersteller des Pestizids Thiamethoxam, die erforderlichen Daten für eine Risikobewertung nicht eingereicht hat.

Grundsätzlich ist die Frage zu klären: Dürfen einmal erteilte Nutzungsgenehmigungen eingeschränkt oder wiederrufen werden, wenn Gefahren für die menschliche Gesundheit und die Umwelt nachgewiesen werden können? Und wer trägt die Beweispflicht und die Kosten? Syngenta und Bayer klagen bereits vor dem Europäischen Gericht in Luxemburg, da 2013 bereits Teilbeschränkungen für bestimmte Pestizide erhoben wurden. Drei Imkerverbände aus dem Bündnis "Schutz für die Bienen" sind als Streithelfer und Verfahrensbeteidigte zugelassen. Bei den Vorbereitungen auf das Verfahren hat die Zukunftsstfitung Landwirtschaft den Imkerverein für wesengemäße Bienenhaltung Mellifera unterstüzt.

Es geht um viel Geld und die Frage, wer für die Ausfälle der Agro-Chemiekonzerne bezahlt. Das Urteil wird außerdem erheblichen Einfluss auf zukünftige Zulassungsregeln für Pflanzenschutzmittel haben.

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Ein immer selteneres Bild: eine Hummel bei der Nahrungssuche.