Geschichte

Entstehung und Entwicklung des Saatgutfonds

In den 90er Jahren waren Gentechnik und Patente noch kein „öffentliches“ Thema, das gesellschaftliche Interesse war verschwindend gering. Dennoch engagierten sich schon damals Initiativen für eine ökologische Saatgutzüchtung.

Diesen Pionieren standen anfangs nur sehr wenige finanzielle Mittel für ihre kosten- und zeitintensive

Arbeit zur Verfügung. Die Züchter/innen konnten kaum auf öffentliche Förderung oder private Spendengelder hoffen.

Gründung des Saatgutfonds als neues Förderinstrument

Um echte Alternativen zur Gentechnik zu ermöglichen und die Öko-Züchtung aus der Nische zu holen, gründete Albert Fink (damals Vorstand der GLS Treuhand) und Dirk Lücke (ehemaliger Manager in der Verpackungsindustrie und Bio-Landwirt) im Jahr 1995 den Saatgutfonds. Mit 140.000 DM legten sie dessen finanziellen Grundstock und förderten bereits 1996 die ersten gemeinnützigen Züchtungsprojekte.

Im Jahr 2000 wurde das Engagement der GLS Treuhand für die ökologische Saatgutzüchtung und den Ökolandbau unter dem Dach der neu gegründeten Zukunftsstiftung Landwirtschaft zusammengefasst.

Erfolge & Herausforderungen

Eine fortan steigende Anzahl von Spenden für den Saatgutfonds ermöglichte, neben der Förderung konkreter Züchtungsprojekte, zugleich die Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit. Das Bewusstsein für die Bedeutung der Herkunft der im Bio-Anbau verwendeten Sorten, nahm bei den ökologischen Anbauverbänden und Unternehmen der Bio-Branche deutlich zu. Seit 2012 engagieren sich auch Vertreter/innen der Verbände Bioland und Naturland im Treuhänderkreis des Saatgutfonds.

Die sehr positive Entwicklung des Saatgutfonds und der geförderten Projekte ist dem Engagement der Spender/innen, der Züchtungsinitiativen und der Bio-Verbände zu verdanken. Gemeinsam stehen wir jetzt vor der Herausforderung, die ökologische Saatgutforschung und die Nutzung ökologisch gezüchteter Sorten weiter zu stärken. Wie wichtig dies ist, zeigt ein Blick auf den internationalen Saatgutmarkt, der zu 75 % von nur 10 großen Konzernen beherrscht wird.

Für die Fortsetzung der gegenwärtigen Züchtungsprojekte, aber auch um neue Sortenzüchtungen angehen zu können, benötigen die Züchtungsinitiativen weiterhin finanzielle Unterstützung. Der Finanzbedarf ist nach wie vor nicht gedeckt, was die Neuzüchtungen von z. B. dringend benötigten Öko-Leguminosen- oder Obstsorten verhindert.

Der Saatgutfonds setzt sich daher für eine Steigerung der jährlichen Spendensumme, eine stärkere öffentlichen Förderung der ökologischen Züchtungsforschung und die Entwicklung neuer Finanzierungsinstrumente ein.

Wir freuen uns sehr, wenn Sie uns dabei unterstützen!

Saatgutfonds – Spendeneingang von 2000 bis 2013