Internationale Gartenausstellung in Berlin

2000 m² - der Weltacker auf der IGA

2000 m² - das ist das magische Stück Land, auf dem alles wachsen muss, was ein Mensch innerhalb von einem Jahr verbraucht: Obst und Gemüse, Getreide fürs Brot oder Futterpflanzen für Tiere, sowie Baumwolle für das Lieblings-Shirt und Kaffee oder gar Tabak und eventuell auch Biosprit. Auf 2000 m² wurde auf der IGA in Marzahn die Ackerflächen dieser Welt (1,4 Milliarden Hektar) von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft maßstäblich nachgebaut. Seit kurz vor Ostern ist die IGA für Besucher geöffnet und der Weltacker kann bestaunt werden. Am 7. Mai 2017 wird außerdem die Weltacker-Eröffnung gefeiert!

Von 17 Uhr bis zum Sonnenuntergang wird auf dem IGA-Campus am Wuhleteich Groß & Klein zu einer bunten Party eingeladen. Bio-Gärtner Gerd wird zwischen zwei Ackerführungen eine praktische Anleitung in den Kartoffelanbau geben, während Steffi Doll zur Verkostung am Flächenbuffet einlädt: Besucher erfahren ganz konkret, wie viel Fläche verbraucht wird, um die Zutaten für ihre leckere Suppe anzubauen. Unsere Ackerpaten*innen bringen eigene Setzlinge und Samen mit, um in einer gemeinsamen Pflanzaktion den „Paten-Dschungel“ zu gestalten, während Kinder - als Sonnenblume oder Möhre geschminkt – bienenfreundliche Seedballs drehen und nebenbei erfahren, welchen langen Weg eine Tomate aus dem Supermarkt hinter sich hat. Darbietungen, Kurzvorträge und Debatten rund um Ernährung, Bodenfragen und den Ackerbau in Deutschland und der Welt sollten nicht zu kurz kommen und natürlich passiert das Ganze unter der sanften Berieselung von Weltstadt-DJs.

Durch ein Leitsystem von Informationstafeln und -stationen wird der Weltacker aktiv erlebbar. Von Mai bis Oktober vermitteln über 50 Umweltbildungsveranstaltungen konkretes Wissen über Landwirtschaft und Ernährung. Auf dem Acker führen Projektmitarbeiter*innen durch die Kulturen und beantworten Fragen. Kreativ aufbereitete Hintergründe auf der Webseite und in Publikationen vermitteln wertvolles Wissen. Internationale Partnerprojekte zeigen, wie 2000 m² in anderen Regionen beackert werden, etwa in China, Kenia, oder Syrien und auf unserem Partnerweltacker in der Schweiz.

Benedikt Haerlin, Leiter des Berliner Büros der Zukunftsstiftung Landwirtschaft (ZSL), hat das Projekt initiiert, um großen Fragen ein menschliches Maß zu geben und dabei Aha-Erlebnisse auszulösen. „Es ist genug für alle da!“ sei die wichtigste Botschaft des Ackers, und „Mit jedem Einkauf erteile ich Landwirt/innen einen Auftrag und bestelle so meinen Acker“. Durch Menge, Qualität, Herkunft und Preis der gekauften Produkte kann jede/r von uns etwas bewirken. „Jeder Bissen hat einen einzigartigen Ort, den wir mit gestalten“ meint Haerlin. Wie unser persönlicher Acker aussieht haben wir als Gärtner*innen  der Erde selbst in der Hand.

Mehr Infos zum Weltacker finden Sie hier.