Kükentöten bleibt weiterhin erlaubt

Das Bundesverwaltungsgericht erlaubt auch weiterhin das Töten von gerade geschlüpften männlichen Küken der Legehennenlinien.

Das Gericht urteilte, dass das Töten der Küken ethisch nicht vertretbar sei, trotzdem dürften die Brütereien ihre gängige Praxis beibehalten und zwar so lange bis Alternativen zur Verfügung stehen. Das Gericht bezieht sich hierbei auf die Alternative der Geschlechterfrüherkennung im Ei. Sie ermöglicht vor dem Schlupf das Geschlecht des Kükens zu erkennen. Allerdings wird dadurch das nutzlose Töten und Entsorgen nur weiter nach vorne verlagert. Denn der Embryo im Ei muss so weit entwickelt sein, dass das Geschlecht bestimmt werden kann.

Auch an dem Fehler im System ändert diese Erfindung nichts. Es werden weiterhin Tiere gezüchtet die so spezialisiert sind, dass man nur die eine Hälfte der Nachkommenschaft nutzen kann und die andere Hälfte zum Wegwerfobjekt degradiert. Hier ist ein Umdenken dringend nötig.

Eine Alternative ist ein Zweinutzungshuhn. Bei diesen Rassen legen die weiblichen Tiere die Eier und die männlichen Tiere werden gemästet. Die Leistungen der Tiere sinkt dann aber, denn sie können nicht gleichzeitig „Marathonläufer“ und „Sumoringer“ sein (siehe auchJahresbrief 2016/17.) Das heißt: die weiblichen Tiere legen weniger Eier als die heutigen Hochleistungsrassen und die männlichen Tiere setzten weniger Fleisch an als die heutigen Mastlinien. Heutzutage ist die Gewinnspanne bei Geflügelprodukten aber so gering, dass jeder Cent darüber entscheidet ob wirtschaftlich gearbeitet werden kann. Deswegen braucht es Unterstützer*innen, die die Zuchtarbeit hin zu gesunden und robusten Zweinutzungshühnern durch Spenden fördern. Der Tierzuchtfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft unterstützt deswegen die Arbeit der Ökologischen Tierzucht gGmbH.

Unterstützen auch Sie diese wichtige Arbeit für gesunde Hühner!

 

 

 

 

Erkundungs- und bewegungsfreudig Zweinutzungshühner im Auslauf. Foto: Bromberg