Bildung – Aktuelle Förderprojekte

Hier stellen wir Ihnen einige beispielhafte Projekte unseres Förderbereiches Bildung vor.
Wenn Sie mehr erfahren oder weitere Projekte kennenlernen möchten, freuen Sie wir uns auf Ihre Anfrage!


Vom Gras zum Käse – der ganze Weg an einem Tag

Auf dem Hofgut Oberfeld in Darmstadt wird nicht nur aktive Landwirtschaft betrieben, sondern auch der Wertschöpfungsweg „vom Gras bis zum Käse“ erlebbar gemacht. Ein Symposium zu Kühen, Milch und Milchqualität wurde aufgrund der sich drastisch ändernden Umstände für Milchbauern und –bäuerinnen ins Leben gerufen. 50 Teilnehmer*innen konnten von der Herstellung des Futters und Beobachtung der Kühe, über einen „Kuh-Bauern-Talk“ bis hin zur eigenen Käseherstellung diesen Weg aktiv nachverfolgen.

So wird Verbraucher*innen verdeutlicht, was hinter der derzeitigen industriellen Produktion steht, welche wirtschaftliche und strukturelle Schwierigkeiten sich für Bauern und Bäuerinnen daraus ergeben und wie ein tiergerechter Umgang verwirklicht werden kann. Durch diese Veranstaltung wurde Raum für einen ehrlichen Dialog zwischen Konsument*innen und Produzent*innen geschaffen.

 

Dieses inhaltlich und geschmacklich hochwertige Symposium wurde von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft mit 500 Euro unterstützt.

www.landwirtschaft-oberfeld.de

(Bild: Claus Voelker)


Gemüsewerft - Regionales Gemüse in der Stadt?

Mitten in der Großstadt ein Gemüsebeet: in Bremen baut die Gemüsewerft über 75 verschiedene Nutzpflanzen nach den Prinzipien des ökologischen Landbaus an. Damit die Erzeugnisse nicht weit reisen müssen, werden diese im Umkreis von höchstens sechs Kilometern gastronomisch verwertet. Der angebaute Hopfen zum Beispiel wird in einer Bremer Braumanufaktur zu einem eigenen Bier verarbeitet und in der betriebseigenen Gastronomie ausgeschenkt.

Nicht nur gesundes Gemüse, sondern auch eine funktionierende Art zu wirtschaften: In der Gemüsewerft gibt es vielfältige Partizipationsmöglichkeiten. Freiwillige Helfer*innen aus dem Quartier helfen an festen „Gartentagen“. Durch die Gesellschaft für integrative Beschäftigung der Gemüsewerft wird es zudem auch nicht-erwerbsfähigen Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie mit seelischen und geistigen Behinderungen ermöglicht, mitzumachen. Landwirtschaftliche Kompetenzen sowie die Herstellung von ökologischen Lebensmitteln werden so direkt am Verbraucherstandort gebündelt.

Damit dieses Projekt in einem noch größeren Rahmen auf nun insgesamt 5000 m² stattfinden kann, förderte die Zukunftsstiftung Landwirtschaft die Anschaffung von Gartenmaterialien und Lagermöglichkeiten mit 2.000 Euro.


Mit Spaß gärtnern

Der Schulgarten Hebenhausen will Kindern mit viel Spaß die Landwirtschaft näher bringen.

Das Gemüse-Kollektiv Dorfgarten aus Hebenshausen in Nordhessen ist eine Gemüse-Gärtnerei, die Gemüse nach dem Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft erzeugt und verteilt. Auf etwa 2 ha werden über 40 verschiedene Kulturen mit mehr als 100 verschiedenen samenfesten Sorten für etwa 100 Haushalte in der Umgebung erzeugt. 

Schüler*innen aus der Umgebung wird gezeigt wo das Essen herkommt und wie es angebaut werden kann. Von den Osterferien bis zu den Herbstferien können vier Klassen jede Woche ein bis zwei Unterrichtssunden im Schulgarten und auf den Flächen der Gärtnerei verbingen. Es wird z.B. gemeinsam Gemüse geerntet, gemeinsam geschnibbelt (für leckere Rohkostteller), Tee gekocht und Obst gepflückt. Ganz neben können die Kinder die Flächen der Gärtnerei erkunden. Bei schlechtem Wetter gibt es die Möglichkeit ein Saatgut-Quiz zu erstellen und zu spielen, um so die verschiedenen Pflanzen etwas besser kennenzulernen.

Die Zukunftsstfitung Landwirtschaft hat das Projekt im Jahr 2016 mit 2.500 € unterstützt.

Internetseite des Dorfgarten Hebenshausen


Kinderleicht – Landwirtschaft entdecken

Junge Menschen für den ökologischen Landbau und einen nachhaltigen Lebensstil begeistern – das ist das Ziel des Ökolöwe Umweltbund Leipzig e.V.

Eine Kindergartengruppe wühlt sich auf der Suche nach Kartoffeln durch die Erde, pflückt Kirschen von Bäumen und backt Brot aus selbst gemahlenem Mehl. Eine Gruppe Jugendlicher sucht im Supermarkt nach Bio-Lebensmitteln, diskutiert über Gentechnik und erfährt im Klassenzimmer und auf dem Bauernhof was konventionelle Lebensmittel von biologischen unterscheidet.

Mit seinem Projekt „Kinder entdecken die Landwirtschaft“ will der Ökolöwe e.V. jungen Menschen, auch mit finanziell schwächerem Hintergrund ermöglichen, nachhaltig und lebensnah landwirtschaftliches Arbeiten und die ökologische Produktion von Lebensmitteln kennen zu lernen.

Gelernt wird mit allen Sinnen – Erlebnisräume wie Bauernhöfe, Supermärkte und Bio-Bäckereien bieten dazu viele Möglichkeiten außerhalb des Klassenraumes. Das persönliche Erleben und die dadurch entstehende emotionale Bindung zu Landwirtschaft und Natur stehen dabei im Vordergrund. Denn die emotionale Vertrautheit mit Natur und Umwelt ist eine wichtige Grundlage, um später erlerntes Wissen in praktisches und nachhaltiges Handeln umsetzen zu können.

Der Ökolöwe arbeitet bei diesem Projekt eng mit Kindergärten, Schulen und Betrieben zusammen. Die intensive Begleitung der Bio-Betriebe befähigt diese, auch eigenverantwortlich Bildungsveranstaltungen durchzuführen.

Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft unterstützte das Projekt im Jahr 2011, 2012, 2013 und 2014 mit insgesamt 16.500 €.

Projektseite des "Ökolöwen Umweltbund Leipzig"


Schief und krumm – ein Fall für die Tonne?

Jedes Jahr landen in der Europäischen Union ca. 300 kg Lebensmittel pro Kopf im Müll. Davon werden 200 kg bereits während der Erzeugung oder im Handel verklappt, während der Rest von den Verbraucher/innen selbst weggeschmissen wird (FAO-Studie von 2011).

Demnach verschwenden wir jedes Jahr fast 50 % unserer Weizenernte und 46 % des angebauten Obsts und Gemüses.

Der Blick in die Tonne verrät:
Ein Großteil der entsorgten Grund-nahrungsmittel entspricht nicht den optischen oder logistischen Kriterien und Normen – sie sind zu klein, zu groß oder zu krumm.


Mit dem Schulprojekt Projekt „Teller statt Tonne“ setzt sich Slow Food Deutschland gegen diese Verschwendung ein und konzentriert sich dabei auf die jüngsten Verbraucher/innen. Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen erleben im Klassenzimmer und auf dem Bauernhof wie unser Konsum und unsere Schönheitsideale beim Essen mit dem Hunger in der Welt zusammenhängen.

Während eines gemeinsamen Projekttages auf einem nahe gelegenen, ökologischen Bauernhof ernten und verkochen die Kinder und Jugendlichen mit ihren Lehrerinnen und Lehrern Gemüse, das aufgrund von Marktnormen oder den Ansprüchen der Konsumenten aussortiert werden musste. In theoretischen Unterrichtseinheiten wird gemeinsam und mit Hilfe von Unterrichtsmaterialien, die von Slow Food zur Verfügung gestellt werden, ein Blick auf die Lebensmittelproduktion in der Welt und ihre direkten und indirekten Folgen auf Umwelt, Klima und Ernährungssicherheit geworfen.

Mit diesem Projekt sensibilisiert Slow Food junge Menschen für die globale Ernährungssituation und befähigt sie, eigene Konsumgewohnheiten und Vermarktungsstrategien zu hinterfragen und zu verändern. Slow Food unterstützt interessierte Lehrerinnen und Lehrer bei der Konzeption der Projekttage, koordiniert die Kontaktaufnahme zu Bio-Höfen und stellt einen umfangreichen Handlungsleitfaden zur Verfügung.

Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft unterstützte die Konzeption des Projektes, die Erarbeitung der Unterrichtsmaterialien, die Umsetzung in der Pilotphase und das erste Projektjahr mit insgesamt 6.000 €.

Website des Slow Food-Schulprojektes „Teller statt Tonne“


Zündstoff für die Agrardebatte

Mit dem kritischen Agrarbericht gibt das AgrarBündnis e.V. jährlich eine umfassende Publikation zum Stand der Landwirtschaftspolitik heraus und zeigt zugleich zukunftsweisende Alternativen für den Agrarsektor.

Immer größere „industrialisierte“ landwirtschaftliche Betriebe, Massentierhaltung und der Verlust der Vielfalt bei Pflanzen und Tieren scheinen auf Grund des ökonomischen Drucks fast Naturgesetz zu sein. Gewollt und gefördert wird diese Entwicklung noch immer durch Politik und Agrarindustrie.

Dass man diesem Trend mit einem Politikwechsel, guten Konzepten und Projekten etwas entgegensetzen kann, zeigt der kritische Agrarbericht. Die umfangreiche Publikation wird jährlich von einem Zusammenschluss von Landwirtschafts-, Umwelt- und Tierschutzverbänden sowie Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit herausgegeben.

In elf Kapiteln zu den Themen Agrarpolitik & soziale Lage, Welthandel & Ernährung, Ökologischer Landbau, Produktion & Markt, Regionalentwicklung, Natur & Umwelt, Wald, Tierschutz & Tierhaltung, Gentechnik, Agrarkultur sowie Verbraucher & Ernährungskultur liefert der kritische Agrarbericht eine Fülle von Informationen. Diese werden in etwa 50 Beiträgen von Autoren/innen aus Wissenschaft und Praxis, Politik und Verbänden zusammengetragen.

Jedes Jahr wird ein anderer Schwerpunkt in den Fokus genommen – 2017 das Thema "Wasser". Der seit 1993 erscheinende Bericht ist eine immer stärker nachgefragte Informationsquelle für Journalisten/innen und politische Akteure. Er leistet einen wichtigen inhaltlichen Beitrag für die Diskussion um die Neuausrichtung unserer nationalen und internationalen Agrarpolitik.

Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft unterstützt das AgrarBündnis bei der Herausgabe des Kritischen Agrarberichts bereits seit 2002. Die Veröffentlichung des Berichtes bisher jährlich mit 4.000 € gefördert.

Website zum "Kritischen Agrarbericht"